22 Masterstudierende am Kulturkanal in Wilhelmsburg

Der Studiengang Kommunikationsdesign der HAW Hamburg startet das Wintersemester 2018 in den Wilhelmsburger Zinnwerken. 

Während zwei intensiver Wochen kochten, forschten und experimentierten die Studierenden gemeinsam mit ProfessorInnen und lokalen ExpertInnen in den Freiräumen der Zinnwerke über Wilhelmsburg – aber auch über ihre zukünftige Rolle als Designer in der Gesellschaft. Die vielfältigen Kulturen im Reiherstiegviertel, die AnrainerInnen und Institutionen sowie die Umweltverschmutzungen am Veringkanal wurden Ausgangspunkte für erfinderische Projektideen. 

Typedesignerin Nadezda Gehringer plant eine Schrift für Wilhelmsburg. Die Suche nach der universellen Schrift der Menschheit beflügelte typografische Utopien bis zurück ins 18. Jahrhundert. Kann eine speziell auf die Bedürfnisse des Stadtteils angepasste Schrift, Missverständnissen vorbeugen und über den öffentlichen Schriftraum neue Gemeinsamkeiten schaffen? 

Das Design-Team um Selina Sterzl, Julian Stiber und Janos Urbanyi arbeitet an räumlichen Interventionen, welche nicht nur den Institutionen rund um den Kanal ein Gesicht geben, sondern auch der Gemeinschaft im Stadtteil ermöglichen, ihre Geschichten und Besonderheiten ans Licht zu bringen. Nach dem Vorbild einer guten Nachbarschaft, soll das Zugehörigkeitsgefühl und die Vernetzung innerhalb des Stadtteils nachhaltig gestärkt werden.

Als leidenschaftlicher Langzeit-Duscher bekennt sich Martin Krautschick und überrascht uns mit seiner Idee für eine öffentliche Dusche auf dem verseuchten Veringkanal. Das polarisierende Projekt thematisiert nicht nur fehlende Reinigungsstätten für Obdachlose. Viel mehr macht es die Arsen Verschmutzung für alle erfahrbar und regt zur Debatte an. Die Erfrischung ist ungefährlich – geplant ist ein Reinigungssystem für die Wasserströme aus und in den Veringkanal. Wir freuen uns über ein starkes Projekt, dass schon während dem Bau künstlerische und industrielle Institutionen am Kanal sowie AnrainerInnen vernetzen würde. Bleibt uns nur zu fragen; wie oft werden wir uns im nächsten heißen Sommer über eine kühlende Dusche freuen bis wir den Kanal  gemeinschaftlich gereinigt haben?

Katrin Armbruster und Gina Bartzok möchten Anregungen, Wissen und Ideen rund um den Veringkanal in Wilhelmsburg sammeln und zur Verfügung stellen. Sie stellen sich die Frage, ob die Wilhelmsburger vor Ort sich mit Verbesserungen und Problemen besser auseinandersetzen können, als Menschen von außerhalb. Dabei liegt der Fokus auf den bereits entstanden Ideen des Kulturkanal-Stammtisches. 

Wir verfolgen gespannt die weiteren Entwicklungen und freuen uns auf die Abschlussausstellung der Studierenden im Januar 2019. Ort und Datum werden hier frühzeitig bekannt gegeben.